Informationen zur Hyperbaren Sauerstofftherapie
(HBO = Hyperbare Oxygenation)
Ihr behandelnder Arzt hält die Sauerstoffüberdrucktherapie (hyperbare Oxygenation) für eine Behandlungsform, mit der Ihre Erkrankung geheilt oder gelindert werden kann. Diese Webseite soll Ihnen erste Informationen über diese Behandlung und unser Therapiezentrum vermitteln. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese neue Therapieform in unserer Region anzubieten. Dabei hat Ihre Sicherheit für uns absoluten Vorrang. Deshalb haben wir uns für eine nach dem neuesten Stand der Technik entwickelte Druckkammeranlage entschieden. Gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt werden wir uns stets bemühen, die Heilung Ihrer Erkrankung bestmöglich zu fördern.
Druckkammerbehandlung: Was ist das und wie wirkt sie?
Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) wird seit Anfang der 60er Jahre bei einer Reihe ausgewählter Erkrankungen eingesetzt. Diese Therapie (ursprünglich zur Behandlung verunfallter Taucher entwickelt) wurde in den letzten Jahrzehnten international wissenschaftlich untersucht und weiterentwickelt. Während sie in anderen Ländern, z.B. in den USA, schon lange einen festen Stellenwert hat, konnte sie sich bei uns erst in den letzten Jahren durchsetzen. Während der Behandlung wird der Umgebungsdruck in der Behandlungskammer durch die Zufuhr von Druckluft erhöht. In dieser Überdruckatmosphäre atmen die Patienten über eine Maske medizinisch reinen Sauerstoff ein. Hierdurch wird eine extrem hohe Sauerstoffkonzentration im Blut erreicht. Auf diese Weise gelangt auch in schlecht durchblutete Organe und Gewebeteile noch eine hohe Sauerstoffmenge. Die Sauerstoffüberdrucktherapie kann somit überall dort eingesetzt werden, wo Sauerstoffmangelzustände zu akuten oder chronischen Erkrankungen geführt haben.
Wie lange dauert die Therapie?
Die Gesamtdauer der Therapie ist abhängig von Ihrer Grunderkrankung und der Reaktion Ihres Körpers auf den Sauerstoff. Patienten mit Innenohrerkrankungen benötigen im Allgemeinen 15 Behandlungen von jeweils ca. 110-120 Minuten. Bei Patienten mit Wundheilungsstörungen sind häufig 30 und mehr Behandlungen von ca. 150 Minuten Dauer erforderlich. Die Behandlung erfolgt einmal täglich an Werktagen in der Woche. Während der Behandlung sitzen Sie in bequemen Sesseln, können entspannen, über Kopfhörer Musik hören oder lesen.
Wer bezahlt die Behandlung?
Gehört Ihre Erkrankung zu denjenigen Krankheitsbildern, bei denen eine Behandlung mit hyperbarem Sauerstoff zum medizinischen Standard zählt (Behandlungskatalog der europäischen Konsensuskonferenz in Lille 1994), erfolgt Bezuschussung der Behandlungskosten im Allgemeinen durch Ihre Krankenkasse. Die hyperbare Sauerstofftherapie gehört jedoch nicht zu den kassenärztlichen Regelleistungen. Dies bedeutet, dass Ihre Krankenkasse im Einzelfall über die Kostenerstattung entscheiden muss.
Was benötigt Ihre Krankenkasse für die Entscheidung zur Kostenübernahme vor Behandlungsbeginn?
- eine genaue Diagnose Ihres behandelnden Haus- oder Facharztes
- eine Auflistung der bisher bei Ihnen durchgeführten Untersuchungen und Behandlungen
Wie melde ich mich zur Therapie an?
Bitte vereinbaren Sie telefonisch, schriftlich, per e-mail oder persönlich einen Termin zur Vorbesprechung und Untersuchung durch unseren leitenden Arzt. Soweit vorhanden, bringen Sie bitte folgende Befunde zur Vorbesprechung mit:
- Röntgenbild/-befund der Lunge
- Ruhe-EKG
- Lungenfunktionstest
Hyperbare Sauerstofftherapie; wann wird sie eingesetzt?
Die Sauerstoffüberdrucktherapie wird bei folgenden Erkrankungen im Allgemeinen ambulant durchgeführt:
- akuter Hörsturz
- Ohrgeräusche (Tinnitus), in ausgewählten Fällen
- akute Knall- und Lärmverletzungen des Innenohres
- ausgewählte Problemwunden, besonders als Folge von Durchblutungsstörungen und Diabetes mellitus
- chronische Knochenhaut-, Knochenentzündung (Osteitis, Osteomyelitis)
- gestörte Knochenbruchheilung
- Quetschungsverletzungen, Kompartmentsyndrom und andere akute traumatisch bedingte Minderdurchblutungen
- Folgeschäden durch Bestrahlungsbehandlung an Knochen, Haut und Organen
- gestörte Transplantat- oder Implantateinheilung
- Verbrennungen
- Migräne
- idiopathische Fazialisparese
- Kohlenmonoxid- und Rauchgasvergiftung
- Gasbrand *
- Luft/- Gasembolie *
- Tauchunfall (Dekompressionserkrankung) *
- Sportverletzungen
(* = zumeist stationäre Behandlung erforderlich)
Die Indikation für eine HBO-Therapie
Gemäß der internationalen Fachgemeinschaft für Überdruck- und Tauchmedizin (UHMS) und der European Consensus Conference for Hyperbaric Medicine (ECHM) sind nach dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand folgende Indikationen für die HBO-Therapie zu nennen:
-
Indikationen, bei denen die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) die wesentliche therapeutische (und oft lebensrettende) Maßnahme darstellt:
- akute Luft-/Gasembolie, auch iatrogen
- Weichteilnekrose
- akute Kohlenmonoxid- u. Rauchgasvergiftung
- Gasbrand (clostridale Myonekrosen)
- Dekompressionskrankheit nach Tauch- und Druckluftunfällen
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Indikationen, bei denen die hyperbare Sauerstofftherapie als unterstützende Maßnahme anerkannt ist:
- plötzlicher Hörverlust mit oder ohne Tinnitus
- Knall- oder Lärmtrauma mit oder ohne Tinnitus
- Chronische oder subakute arterielle periphere Durchblutungsstörungen
- Problemwunden (z. B diabetisches Gangrän)
- Crushinjury (Kompartmentsyndrom)
- Gefährdete Transplantate (osteomyokutane Transplantate, Hautlappenplastiken, free flaps)
- Therapiefraktäre Osteomyelitis
- Knochen- und Weichteilnekrosen als Bestrahlungsfolgen
- Adjuvant vor Strahlentherapie
- Hochgradige Anämie
- Rückenmarksverletzung
- Bestimmte Gefäßerkrankungen der Augen
- Multiple Sklerose